Projektkulisse
Die Swiss Climate Protection Initiative SCPI konzentriert sich in einer ersten Phase auf Brasilien. Im Land laufen mehrere Programme zum Austausch von alten Kühlschränken gegen neue, energieeffizientere Geräte. Ungelöst bleibt aber das Problem der fachgerechten Entsorgung. Die meisten Kühlgeräte werden in Brasilien nach wie vor über den Autoshredder entsorgt und das FCKW gelangt in die Atmosphäre.
Brasilien ist mit seinen hoch konzentrierten Bevölkerungsagglomerationen nicht nur aufgrund der günstigen logistischen Rahmenbedingungen, sondern auch wegen des politischen Umfelds für dieses Projekt besonders geeignet. Unter Federführung des Energieministeriums (Minas e Energia) wird derzeit ein umfassendes Kühlgeräteaustauschprogramm umgesetzt, unter dem in den nächsten zehn Jahren jährlich eine Million Altkühlgeräte durch neue, energieeffizientere Geräte ersetzt werden soll.
Mit Unterstützung der Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (DEZA) haben SENS International und Fox & Earth Industries AG Entsorgungswege und Aufkommen der Altgeräte in Brasilien untersucht. Allein im Bundesstaat Sao Paulo fallen jährlich etwa 1 Mio. Altgeräte an, die auf unzureichende Entsorgungsinfrastrukturen treffen. Die meisten Geräte werden von Strassensammlern aufgenommen, die werthaltige Komponenten wie Kompressoren aus dem Korpus entnehmen und im Anschluss die ausgeschlachteten Gehäuse als Altschrott an Schrotthändler weitergeben. Bei dieser Praxis werden die FCKW aus den Kühlkreisläufen bereits an der Sammelstelle freigesetzt. Die in der Isolierung der Gehäuse enthaltenen Treibmittel, ebenfalls überwiegend FCKW, werden bei der Verarbeitung des Schrotts in Autoshreddern freigesetzt.
Heute steht mit der Reyclinganlage in Cabreùva eine moderne Entsorgungsinfrastruktur zur Verfügung, die massgeblich dazu beiträgt, die bis anhing hohen spezifischen FCKW-Emissionen des Gastlandes markant zu reduzieren.
